Informationen über Mikro Landwirtschaft

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Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlich Gemüse anbauen direkt in der Nachbarschaft

gemeinschaftlich Gemüse anbauen - direkt in der Nachbarschaft

Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlicher Gemüseanbau

Nachhaltige Ernährung ist in aller Munde, Salat und Tomaten aus dem eigenen Garten eine schöne Vorstellung und gemeinsames Gärtnern mit der Familie oder Freunden für alle ein Gewinn. Oft fehlt aber der eigene Garten, das know-how oder die Zeit, sich um alle Aufgaben rund um das eigene Gemüse zu kümmern. Wie wäre es, wenn man sich mit anderen die Arbeit teilt, gemeinsam ganz in der Nähe sein eigenes Gemüse anbaut und dabei in allen Fragen beraten und unterstützt wird?

Online-Info Gemeinschaftsäcker Heidelberg & Mannheim Samstag 18. April 10 Uhr auf youtube

Hier geht es zum Video von der Online-Infoveranstaltung am 4. April.

Wenn du dein eigenes Gemüse auf einem der Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsäcker in Mannheim oder Heidelberg anbauen willst, bekommst du alle aktuellen Infos dazu in diesem Video von uns erklärt.
Alle wichtigen Infos zu unserem Konzept sind auch hier auf der Website erklärt.

Über Mikro Landwirtschaft

Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlicher Gemüseanbau e.V. ist ein gemeinnütziger Verein aus Mannheim. Der Verein ermöglicht Anwohnern direkt in der Nachbarschaft ohne großen organisatorischen oder finanziellen Aufwand, digital unterstützt, gemeinschaftlich ihr eigenes Gemüse zur Selbstversorgung anzubauen. Mikro Landwirtschaft betreibt Gemeinschaftsäcker auf Ackerflächen und Gemeinschaftsgärten mit Hochbeeten. Das Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und den Anbau von Gemüse und Kräutern für den eigenen Bedarf zu ermöglichen, die Erde zu pflegen und die Artenvielfalt zu fördern. Dafür orientiert sich Mikro Landwirtschaft an der Anbaumethode der Permakultur. Außerdem stellt Mikro Landwirtschaft eine Plattform für Gemeinschaftsgärten, Schulgärten und Firmengärten zur Verfügung.

Unsere Ziel ist es, in jeden Stadtteil eine kleine gemeinschaftliche Landwirtschaft zu bringen, die es schafft die Verbindung zum Essen, zur Erde und zu seinen Nachbarn wieder zu stärken. Denn wir wollen Menschen zusammenzubringen, den Anbau von eigenem Gemüse ermöglichen und die Artenvielfalt über und unter der Erde fördern.

Unsere Vision sind blühende, essbare Städte und Gemeinden mit einer nachhaltigen lokalen Landwirtschaft für und von den Menschen vor Ort. Mit der Förderung der lokalen Produktion und der sozialen Vernetzung im Stadtteil wollen wir die Sharing Economy stärken.


Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsacker

In Mannheim gibt es bisher drei Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsäcker. Die Standorte sind Feudenheim Mitte, Feudenheim Nord und Wallstadt. Im Jahr 2020 sollen in der Metropolregion Rhein Neckar weitere Gemeinschaftsäcker dazu kommen. Hier geht es zur Übersicht der Gemeinschaftsäcker.

Der Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsacker in Mannheim Feudenheim Mitte von Oben

Der Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsacker in Mannheim Feudenheim Mitte von Oben

Ein Gemeinschaftsacker ist in der Regel 0,5 Hektar/5000 m² groß und kann von jeweils bis zu 100 Personen von bis zu 30 Parteien gemeinschaftlich bestellt werden. Er besteht aus 100 m² großen Feldstücken zur Eigennutzung, gemeinschaftlich bewirtschafteten Flächen und dem Gemeinschaftsplatz. Die Feldstücke teilen sich in zwölf 5 m lange und 1,20 m breite Beete auf und können von einzelnen Personen und Familien oder Gemeinschaften mit bis zu sechs Personen bewirtschaftet werden. Ein Feldstück kostet 360 € pro Saison. Mit Saisonbeginn wird die Verantwortung für die vermieteten Feldstücke an die Mikro Landwirte übergeben. Auf jedem Feldstück soll es eine Vielfalt aus Gemüse, Blumen und Kräutern geben. Wir geben Empfehlungen für das Anlegen und Bepflanzen der Beete mit Mischkulturen. Jeder Mikro Landwirt kann jedoch frei zusammenstellen, was er anbauen möchte. Die Bewirtschaftung und Pflege der Feldstücke, vom Anlegen der Beete, über das Bepflanzen bis hin zur Ernte, liegt bei den Mikro Landwirten. Der Arbeitsaufwand beträgt etwa fünf Stunden Feldarbeit pro Woche. Unsere Idee ist es, dass sich die Mikro Landwirte gegenseitig unterstützen und aus dem Acker ihr gemeinsames Gemüse-Idyll machen. Der Gemeinschaftsplatz, mit einer gemeinsamen Gerätehütte und Sitzgelegenheiten, dient dazu sich auszutauschen, Arbeiten zu planen, sich zu stärken oder einfach die Natur zu genießen. Damit man immer trockenen Fußes über den Acker kommt, werden die Wege mit Stroh bedeckt. Auf den Gemeinschaftsäckern gibt es zudem Gemeinschaftsbeete für Kartoffen und Kürbis. Über die Saison verteilt finden gemeinsame Arbeitstage statt, an denen Gemeinschaftsflächen angelegt, gepflegt und Workshops und Kurse angeboten werden. Zusätzlich gibt es auch persönliche Beratung vor Ort.
Hier geht es zur Übersicht der Gemeinschaftsäcker.



Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsgarten

Um auch dort hinzukommen, wo keine Äcker verfügbar sind, betreibt Mikro Ladwirtschaft Gemeinschaftsgärten mit mobilen Hochbeeten, damit auch Städter in den Genuss von selbst angebauten Gemüse kommen können. Der erste Gemeinschaftsgarten entsteht in Neckarau auf dem Niederbrücklplatz in Kooperation mit dem Projekt Zwischenraum und der Lokalen Agenda 21 Neckarau. Mit diesem Konzept wollen wir auch auf Schulhöfe und zu Unternehmen kommen.









Ein Gemeinschaftsgarten ist beliebig groß und kann von Bildungseinrichtungen, Unternehmen oder Anwohnern, Freunden und Familien gemeinschaftlich bestellt werden. Unsere Gemeinschaftsgärten bestehen aus einzelnen Hochbeetgärten, die sich aus jeweils vier Hochbeeten zusammensetzen. Ein Hochbeetgarten bietet damit eine Anbaufläche von insgesamt  4,8 m² zur Eigennutzung. Ein Hochbeet ist 1,2 m² groß und kann von einer oder mehreren Personen gemeinsam gemietet werden. Die Hochbeete sind fertig montiert und werden mit Muttererde und Kompost gefüllt. Ein Hochbeetgarten kostet 20 € im Monat bzw. 240 € pro Saison. Zusätzlich gibt es einen Gemeinschaftsplatz mit Sitzgelegenheiten sowie eine Werkzeugkiste mit Gartenwerkzeug. Der Gemeinschaftsplatz dient dazu sich auszutauschen, Arbeiten zu planen, sich zu stärken oder einfach die naturnahe Atmosphäre genießen. Über die Saison verteilt finden gemeinsame Arbeitstage statt, an denen Gemeinschaftsbeete bepflanzt, gepflegt und Workshops und Kurse angeboten werden. Zusätzlich gibt es auch persönliche Beratung vor Ort.

Der Gemeinschaftsgarten auf dem Niederbrücklplatz in Neckarau ermöglicht den Kindern und Jugendlichen des Projekts ZWISCHENRAUM des Vereins Lebensnahes Lernen e.V. den direkten Kontakt zur Natur und vermittelt Wissen über den Anbau von Obst und Gemüse in der Praxis. Mikro Landwirtschaft unterstützt die Pädagogen von ZWISCHENRAUM in Form von Unterrichtsmaterial und steht beteiligten Bürgern mit Rat und Tat zur Seite. Anwohner, Familien und Freunde sind herzlich dazu eingeladen mit zu gärtnern.

In Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern


Mikro Landwirtschaft Blühpatenschaften

Unterstütze die Artenvielfalt in Mannheim und übernehme mit 50€ für eine Saison die Patenschaft für ein 100 m² großes Feldstück mit einheimischer Blühmischung. Mit deiner Patenschaft für ein blühendes Feldstück förderst Du die Artenvielfalt und schaffst Lebensraum für viele Insekten und Vögel:

  • Struktur, Deckung und Nahrung für Wildtiere während des ganzen Jahres, insbesondere für Vögel, Insekten und Säugetiere
  • Besonders für Bienen bietet die Mischung reichlich Nahrung während der gesamten Vegetationsperiode.
  • viele Samen für Vögel während des Winterhalbjahres, dadurch auch wichtig für Durchzügler und Wintergäste
  • ausgesuchte Wildkräuter aus heimischer Herkunft
  • hohe Artenvielfalt: 55 Pflanzenarten

Mikro Landwirtschaft stellt Anbaufläche und Grundausstattung, wie gemeinsames Werkzeug, Wasser und Kompost, zur Verfügung. Die Arbeit auf der eigenen Anbaufläche bietet das ganze Jahr eine große Vielfalt an frischem unbehandeltem Gemüse und einen wunderbaren Ausgleich zum Arbeitsalltag. Es macht einfach Freude mit der Erde zu arbeiten und den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen.


Mit anderen ackern und gärtnern

Gemeinschaftsbeete, Gemeinschaftsplatz, Workshops und Feste laden dazu ein, Zeit mit Familie, Freunden oder Nachbarn zu verbringen und bieten die Möglichkeit voneinander zu lernen oder einfach zu entspannen.
Mit unserer Online-Plattform ermöglichen wir den Austausch innerhalb und zwischen unseren Gemeinschaftsäckern und Gemeinschaftsgärten. Diese steht auch für andere Gemeinschaftsgärten offen, die damit ihre Organisation und den Austausch in der Gemeinschaft unterstützen können.


Digital unterstützt, einfach loslegen

Für den Gemüseanbau muss man kein Experte sein, wir stellen digitale Anleitungen und Empfehlungen für den Gemüseanbau rund um Anzucht, Direktsaat, Pflege und Ernte zur Verfügung. So können auch wenig erfahrene Mikro Landwirte direkt mit Aussaat und Pflanzung beginnen. Über unsere Online-Plattform stellen wir Gärtnerwissen zu Permakultur und Mischkultur bereit, ergänzt um Geheimnisse aus dem Klostergarten.

















Mikro Landwirtschaft bietet auf die Feldstücke abgestimmte Mischkulturenvorschläge mit etwa 40 unterschiedlichen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen an. Für jede Mischkultur gibt es eine Anleitung mit Hinweisen zu Aussaat, Pflege, Ernte und Haltbarmachung. Die Anleitungen orientieren sich an Permakultur und sind inspiriert durch altes Wissen aus dem Klostergarten. Die unterschiedlichen Pflanzen in einer Mischkultur unterstützen sich gegenseitig und  kooperieren miteinander. Beispielsweise schützen sich Möhren und Zwiebeln gegenseitig vor Schädlingen, der Möhrenfliege und der Zwiebelmotte.
 

Das passende Saatgut

Das passende samenfeste Bio-Saatgut für unsere Mischkulturen könnt ihr über den Gartengemüsekiosk beziehen.

Permakultur als zukunftsfähige Landwirtschaft

Wir wollen eine zukunftsfähige Landwirtschaft mitgestalten, die statt Monokultur auf Mischkultur setzt und mit der Natur wirtschaftet. Um die Artenvielfalt über und unter der Erde zu fördern, schaffen wir Lebensräume für Wildbienen und fördern Bodenleben und Humusaufbau. Mit Mikro Landwirtschaft wollen wir die Möglichkeit schaffen, den lokalen Gemüseanbau selbst in die Hand zu nehmen und vom Konsumenten zusätzlich zum Produzenten zu werden.



Bewirtschaftung mit der Natur

Unsere Gemeinschaftsäcker werden in Anlehnung an die Philosophie der Permakultur gestaltet. Um die Artenvielfalt zu fördern werden gemischte Blumenwiesen an den Feld- und Wegrändern angelegt und Insektenhotels und Vogelnistkästen in den Gemeinschaftsacker integriert. Die Gemeinschaftsäcker werden ohne den Einsatz von Chemie bewirtschaftet. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wird die Natur als Helfer, Schädlingsbekämpfer und Förderer der Pflanzen genutzt. Das Bodenleben soll durch eine möglichst geringe Bodenbearbeitung, die Zugabe von Kompost und den Schutz des Bodens durch kontinuierliche Bedeckung gefördert werden.

 

Eindrücke von Mikro Landwirtschaft

Nistkästen und Sitzstangen

Vogelschutz auf dem Acker. Vielfältige Nistmöglichkeiten bieten Vögeln auf dem Gemeinschaftsacker Feudenheim Mitte ein neues Zuhause. 









Sandarium für Wildbienen

75 Prozent der Wildbienenarten nisten im Boden. Sie graben Löcher und Röhren, in welchen ihre Brut sicher bis zum Schlupf lebt. Beispielsweise die Frühlings-Seidenbiene, eine der vielen gefärdeten Arten.




Der Verein Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlicher Gemüseanbau e.V.

Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlicher Gemüseanbau e.V. ist seit dem 18. Februar 2019 ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Mannheim. Gemäß Freistellungsbescheid fördern wir die gemeinnützigen Zwecke:

  • Die Förderung der Pflanzenzucht und der Kleingärtnerei
  • Die Förderung des Natur- und Umweltschutzes und der Landschaftspflege

Unsere Vision

Der Wunsch der Verbraucher von der Landwirtschaft und die Realität der industriellen Landwirtschaft klaffen immer weiter auseinander. Verbraucher erwarten eine Landwirtschaft in der kleine Bauernhöfe mit regionaler Produktion die Artenvielfalt fördern und Humus aufbauen. Dem steht eine industrielle Landwirtschaft gegenüber, in der es heißt "wachse oder weiche", die für den Weltmarkt produziert und Herausforderungen für Böden, Grundwasser und Artenschutz mit sich bringt. Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht es viele neue Brücken zwischen Verbrauchern und Landwirtschaft. Eine dieser Brücken wollen wir sein.

Unsere Vision sind blühende, essbare Städte und Gemeinden mit einer nachhaltigen lokalen Landwirtschaft für und von den Menschen vor Ort. Mit der Förderung der lokalen Produktion und der sozialen Vernetzung im Stadtteil wollen wir die Sharing Economy stärken.

Unser Leitbild

Unser Leitbild ist im Entwicklungsprozess, bisher haben wir unser Verständnis von Nachhaltigkeit anhand der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der UN formuliert. Die zentralen Kernpunkte für unser Handeln sind:

  • Verbrauchern die Möglichkeit zu bieten, sich beim Tun mit den Fragen der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, die über den Acker hinaus gehen
  • Von der Konkurrenz zur Kooperation zu kommen, bei Pflanzen, Tieren und Menschen
  • Hürden abzubauen und Mitmacher zu Entscheidern auf ihrem Feldstück zu machen
  • Es geht darum, dass es möglichst vielen Freude macht
  • Ohne Anspruch auf Perfektion einfach anzufangen
  • Grundsätzlich nachhaltigen Lebensmittelanbau

Die Mitglieder

Bisher hat der Verein sieben Vereinsmitglieder, die sich aus den wichtigen Stakeholdern von Mikro Landwirtschaft zusammensetzen und Expertise in den folgenden Themenbereiche abdecken:

  • Biointensiver Gemüseanbau
  • Solidarische Landwirtschaft
  • Urban Gardening/Essbare Stadt
  • Konventionelle Landwirtschaft mit Tierhaltung
  • Mikro Landwirte
  • Förderer und Business Angels
  • Betrieb von Gemeinschaftsäckern und -gärten
  • Digitalisierung und Software
  • Social Media
  • Erlebnispädagogik
  • Organisationsgestaltung
  • Betriebswirtschaft

Mittelfristig kann der Verein wachsen. Schon jetzt wird über ein Netzwerk weitere Kompetenz bei Mikro Landwirtschaft eingebunden. Das Netzwerk soll weiter ausgebaut werden.

Der Vorstand

Bertram Fischer ist Unternehmensberater, kommt aus dem Software Business und ist Autor von Reinventing Business. Er bringt Landwirte, Gärtner und Softwareentwickler zusammen, um die neuen Mikro Landwirte zu unterstützen.

Email: bertram.fischer@mikrolandwirtschaft.de

Elena Fischer ist Erziehungswissenschaftlerin und Outdoor-Team-Trainerin.

Sie bringt die Gemeinschaftsbildung und die gärtnerischen Konzepte voran.





 

Wolfgang Gutberlet ist ein Unternehmer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Lebensmittelkette tegut Gutberlet Stiftung & Co. Er bringt sich mit seinem großartigen Erfahrungsschatz und seinem Netzwerk für den Erfolg von Mikro Landwirtschaft ein.





Mikro Landwirtschaft in den Medien

Die UN-Nachhaltigkeitsziele bei Mikro Landwirtschaft

Der händische Anbau von eigenem Gemüse auf einem Acker, mit körperlicher Betätigung beim Graben, Gießen und Arbeiten mit Handwerkzeugen an der frischen Luft trägt zur Gesundheit bei. Zudem fördert der Verzehr vom eigenen Gemüse, das ohne den Einsatz von Chemie angebaut und liebevoll gepflegt wurde, Gesundheit und Wohlergehen. Durch die kurzen Transportwege und die frische Ernte können qualitativ hochwertige Sorten angebaut werden, die ohne großen Verlust an Vitaminen und Mikronährstoffen direkt verzehrt werden können. Der Vergleich der eigenen Ernte zu industrieller Produktion bringt Mikro Landwirte dazu, ihre Ernährung insgesamt und die eigene Gesunderhaltung zu hinterfragen. Die Arbeit mit der Natur ist darüber hinaus ein Ausgleich für Körper und Seele und so ein wichtiger Faktor zum Abbau von Stress, der für viele seelische und körperliche Leiden eine Ursache ist. Für viele Mikro Landwirte ist der Anbau von eigenem Gemüse ein Gewinn an Lebensqualität.

Unterstützt durch die von Mikro Landwirtschaft bereitgestellten Anleitungen und Empfehlungen sowie die freie Entscheidungsbefugnis für den Anbau von Gemüse auf dem eigenen Feldstück, werden die Mikro Landwirte in die Lage versetzt sich einen den eigenen Bedürfnissen angepassten Anbauplan zu erstellen. Die aktive Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen den Gemüsepflanzen untereinander und Blumen ermöglicht ein Verständnis vom Gemüseanbau in Mischkultur und der Fruchtfolgen. Der Anbau schult das Erkennen der Pflanzen, der Wildkräuter sowie der Schädlinge und Nützlinge. Dazu kommt das Kennenlernen von Zusammenhängen der Kreisläufe, wie das Zusammenspiel von Tieren und Boden oder das Erproben der Regulation von Schädlingen durch die Ansiedlung von Nützlingen. Die Verwendung der oft in großen Mengen geernteten Gemüse bringt die Mikro Landwirte in die Situation neue Gerichte und Möglichkeiten der Haltbarmachung kennenzulernen. Die Mikro Landwirte können auf dem Acker in der Praxis voneinander lernen und zudem ihre gärtnerischen Kompetenzen über die Online Plattform anhand multimedialer Tools oder analog über ein Praxishandbuch erweitern. Zusätzlich können sich die Mikro Landwirte über unsere Mikro Landwirtschaft Akademie bei zentralen, Acker übergreifenden Workshops weiterbilden und sich auch gegenseitig kleinere Workshops anbieten. Mikro Landwirtschaft trägt außerdem zur Umweltbildung bei, beispielsweise durch aktive Social Media Kommunikation zu Themen Artenschutz und ökologischer Gemüseanbau.

Durch Mikro Landwirtschaft wird die Lieferkette eliminiert, die Verbraucher werden zusätzlich zu Produzenten. Somit wird nicht nur der Transport eingespart, sondern auch schlechte
Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ausgeschlossen. Durch die Produktion von eigenen Lebensmitteln wie Gemüse wird der Einsatz von Verpackung und Plastik deutlich reduziert. Mikro Landwirtschaft macht die Kühlkette, Transportinfrastruktur, Lagergebäude und eine Ladeninfrastruktur inklusive Energie- und Ressourcenverbrauch weitgehend überflüssig. Die Lebensmittelverschwendung durch standardisierte Produkte, lange Lieferzeiten, Transportschäden und unverkaufte Produkte wird maßgeblich reduziert. Durch die eigene Arbeit und Mühe die der Anbau gekostet hat, werden die Lebensmittel höher wertgeschätzt. So wird auch die Lebensmittelverschwendung beim Verbraucher deutlich weniger, denn auch krumme Karotten aus eigenem Anbau schmecken gut. Um überschüssige Ernte mit den anderen Mikro Landwirten zu teilen, gibt es beispielsweise auf den Gmeinschaftsäckern ein Verschenkeregal.

Durch Mikro Landwirtschaft Gemeinschaftsäcker und Gemeinschaftsgärten wird die globale Lebensmittelproduktion wieder lokal. Anstelle von vielen hundert LKW Kilometern mit ihren negativen Auswirkungen wird die Ernte in der Regel nur mit dem Fahrrad transportiert. Der Anbau in Mischkultur mit vielen Blumen begrünt die Stadt und erhöht den Naherholungswert für die Anwohner. Für die Mikro Landwirte bietet die Arbeit ein attraktives Freizeitangebot, das teilweise ökologisch schädlichere Angebote wie Wochenendurlaube ersetzt. Die Gemeinschaftsäcker bilden einen Treffpunkt im Stadtteil, der einen Austausch in der Nachbarschaft über den Gemüseanbau hinaus unterstützt und den Stadtteil belebt.

Mikro Landwirtschaft orientiert sich an Permakultur und versucht möglichst mit Kreislaufwirtschaft zu arbeiten. Humus, der wichtige CO² Speicher im Boden, wird durch den Einsatz von Kompost, den Einsatz von dauerhafter Bodenbedeckung und einer Förderung des Bodenlebens aufgebaut. Mikro Landwirte stellt für den Gemüseanbau ausschließlich manuelle Gartengeräte zur Verfügung, so wird Erdöl eingespart. Auch durch den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln und synthetischen Düngemitteln werden klimaschädliche fossile Brennstoffe eingespart und die schlechte Energiebilanz in der Lebensmittelproduktion verbessert. Zusätzlich fördert der Verzicht auf
diese Mittel das Bodenleben und damit den Humusaufbau. Mikro Landwirtschaft nutzt Biomasse als Dünger und baut sie auf den Gemeinschaftsäckern auch großflächig selbst an. Mikro Landwirtschaft nutzt keine Gewächshäuser oder Folientunnel, damit wird der Ressourceneinsatz für Glas oder Plastik und auch für Beheizung eingespart. Gegossen wird wassersparend mit der Gießkanne und durch Bodenbedeckung wird zudem die Verdunstung reduziert.

Die Artenvielfalt von Insekten schützt Mikro Landwirtschaft auf den Ackerflächen durch ein vielfältiges Angebot an Gemüsepflanzen, Blumen und Kräutern. Auf großen Teilen der Gemeinschaftsäcker wachsen standortangepassten Blühmischungen, die teilweise auch
über Blühpatenschaften ermöglicht werden. Sie bieten einen großen Teil des Jahres Nahrung und Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Mikro Landwirtschaft bietet über seinen Kooperationspartner Gartengemüsekiosk samenfestes bio Saatgut, unter anderem von Bingenheimer Saatgut, an und viele Mikro Landwirte vermehren Saatgut auf dem Acker. Teilweise werden auch alte und seltene Sorten angebaut und so zu ihrem Erhalt beigetragen. Durch den Verzicht auf Insektenvernichtungsmittel schützt Mikro Landwirtschaft die Insekten über der Erde, der Verzicht auf salzige Düngemittel verhindert eine Versalzung der Böden, die mit einer Zerstörung des Bodenlebens einhergeht. Auch Herbizide kommen nicht zum Einsatz, so bleibt die Artenvielfalt auch bei den Beikräutern erhalten.

Mikro Landwirtschaft arbeitet mit ganz unterschiedlichen Institutionen zusammen, um seine Ziele und somit die UN Ziele für Nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Mikro Landwirtschaft bindet seine Stakeholder ein, um möglichst viele Kompetenzen zu integrieren und
die verschiedenen Perspektiven der Interessengruppen in den Aufbauprozess einfließen zu lassen. So sind auch die Vereinsmitglieder in den verschiedensten Bereichen angesiedelt. Die Möglichkeit zur Mitarbeit ist zudem offen, sodass auch Kompetenzen über Mikro Landwirtschaft hinaus aus einem offenen Netzwerk mit eingebunden werden können. Durch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten soll die Bildungsarbeit vorangebracht werden. So arbeitet Mikro Landwirtschaft bereits mit einer Schule zusammen, es sollen weitere Schulen, Kindergärten und Kindertageseinrichtungen dazu kommen. Auch Firmen soll die Möglichkeit gegeben werden sich mit Blühpatenschaften für den Artenschutz einzusetzen oder ihren Mitarbeitern mit einem Gemeinschaftsgarten ein Angebot zum Arbeitsausgleich zu schaffen. In der Lieferkette bestehen bereits Partnerschaften in der Region, u.a. mit Landwirten für die Verpachtung von Ackerflächen, die Bereitstellung der Ressourcen wie Wasserversorgung, Kompost, Mist und Stroh, und einer Zimmerei für die Bereitstellung der Werkzeughütten. Außerdem besteht bereits eine Kooperation mit einem Saatgutlieferanten und Anleitungsvideo Produzenten.

Finanziell unterstützen

Du kannst den gemeinnützigen Verein Mikro Landwirtschaft - gemeinschaftlicher Gemüseanbau e.V. unterstützen und helfen die Landwirtschaft bienenfreundlicher und persönlicher zu machen. Dafür suchen wir neue Ackerflächen, neue Mitunternehmer, Spender und Feldstück Paten.

Feldstück Pate werden

Für Menschen die sich die Miete für ein Feldstück nicht leisten können, will Mikro Landwirtschaft den Kontakt zu Paten ermöglichen, die einen Teil oder die gesamten Kosten für ein Feldstück tragen. Wer es jemandem ermöglichen möchte Mikro Landwirt zu werden, kann gerne Kontakt zu uns aufnehmen, wir kümmern uns dann um potenzielle Mikro Landwirte.

Unterstützen durch Hinweise und Hilfe

Neue Ackerflächen gesucht

Wir suchen Ackerflächen zur Pacht in der Metropolregion Rhein Neckar. Um weitere Gemeinschaftsäcker für den gemeinschaftlichen Gemüseanbau starten zu können, sind wir auf der Suche nach neuen Ackerflächen. 

Unsere Kriterien:

  • ganz in der Nähe der Häuser
  • ca. 0,5 Hektar
  • schöne Lage
  • Wasserversorgung möglich
  • gute Erreichbarkeit, ggf. Parkmöglichkeiten
  • nette Nachbarn
  • guter Boden

Wir freuen uns über Unterstützung bei der Flächensuche, damit die Artenvielfalt auf dem Acker, das Verständnis für die Natur  und die lokale Gemeinschaft zusammen wachsen kann.

Workshops und Kurse

Auf unseren Gemeinschaftsäckern bieten wir kleine und größere Kurse und Workshops an. Im Fokus stehen Themen rund um die gemeinschaftliche Landwirtschaft, wie beispielsweise:

  • Landwirtschaft der Zukunft
  • Smart Farming
  • Permakultur
  • Kräuter und Pflanzen
  • Naturschutz
  • Commons
  • Wirtschaft der Zukunft

Hast Du Lust einen Workshop oder einen Kurs anzubieten? Oder kennst Du jemanden der Interesse hat?
Dann einfach Kontakt mit uns aufnehmen.